Feuerwehrnachwuchs wetteifert beim Kreispokallauf in Lübben

Lübben Etwa 250 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet und ihre Feuerwehrbetreuer waren am Samstag besonders früh aufgestanden, um beim Kreispokallauf im Lübbener Stadtteil Steinkirchen mitzumachen. 16 Stationen hatten die Lübbener Gastgeber entlang eines viereinhalb Kilometer langen Rundkurses vorbereitet.

Nachdem als Startsignal die Steinkirchener Sirenen aufheulten, ging es für die acht- bis siebzehnjährigen Jugendfeuerwehrleute um Feuerwehrkönnen, Naturkunde oder Geschicklichkeit.


Vier in einem Boot: Auf dem Weg zur erfolgreichen „Rettung“ des Verkehrsleitkegels aus der Steinkirchener Spreebucht.
Am Ende trotzdem nur Rang 21 für die Jugendfeuerwehr Walddrehna.
Foto: J. Golombek (jgk1)

Seilsteg am Burglehn

Auch Kräfte des Technischen Hilfswerkes wirkten bei der Nachwuchsveranstaltung mit. So war unter anderem am Burglehn ein Seilsteg errichtet worden. Mit ein wenig Mut balancierten die Teilnehmer dort über ein gespanntes Seil, während ein anderes den Händen Halt gab.

Als Brandschutzfachwart war Knut Bönigk an Station Nummer eins in seinem Element. Nach der Betrachtung eines Fahrradunfalls sollte ein entsprechender Notruf abgesetzt werden. „Der größte Teil hat die Aufgaben wunderbar gelöst, nur eines der fünf W's wird gern mal vergessen“, beurteilte der Fachwart.

Viel mehr zu tun gab es an der Jägerbadestelle. Während vier Jugendfeuerwehrleute, mit Schwimmwesten ausgestattet, mit einem Schlauchboot einen Verkehrskegel retteten, sammelten die restlichen Kinder Punkte beim Rettungsringzielwurf.

Die Kinder und Jugendlichen wurden auch mit ernsten Themen konfrontiert, bei denen sie ihr Wissen und Können bewiesen. An der von Matthias Schoan betreuten Station fanden die Gruppen am Steinkirchener Gotteshaus eine bewusstlose Person, bei der erste Hilfe gefragt war.

Vom Ansprechen bis zur korrekten Lagerung wurde das Zusammenspiel der jungen Brandschützer gemäß entsprechender Richtlinien bewertet.

„Das ist ein wichtiges Thema, man kann sich ja jederzeit verletzen. Nicht nur im Feuerwehrdienst.“, gab Matthias Schoan auch Tipps zum korrekten Anlegen eines Druckverbandes.

Mit zwölf Jugendfeuerwehrleuten von sechs bis 15 Jahren war die Jugendfeuerwehr Byhleguhre angereist. Bei der Schnelligkeitsübung, bei der eine Schlauchstrecke möglichst schnell auszurollen und zusammenzukuppeln war, versuchte die 15-jährige Gruppenführerin Mareike Messer mit einer taktischen Mannschaftseinteilung ein paar Sekunden herauszuholen.

Nicht alles optimal

Dennoch lief nicht alles optimal. Mal fehlte der Kamerad zum Kuppeln, Sekunden später das richtige Schlauchende. „Irgendwie hat das nicht so richtig geklappt wie ich mir das gedacht hatte“, ärgerte sich die junge Kommandantin. „So etwas haben wir eben noch nie gemacht. Und Übung macht ja den Meister. Dafür waren wir beim Wissenstest gerade richtig gut.“

Die letzten Schokoriegel aus der Wegzehrung gerade aufgebraucht, zog auch Max Döcke (13) von der Jugendfeuerwehr Walddrehna Bilanz. „Wir haben eigentlich ganz gut abgeschnitten, auch wenn ein paar Stationen noch besser gegangen wären. Und das Schlauchbootpaddeln hat von allem am meisten Spaß gemacht.“

„Wir wollten uns das Geschehen mal angucken“, berichteten zwei Zivilisten auf dem Spreedeich. Siegrid und Werner Fiedler waren aus Mittenwalde angereist, um ihren Enkel bei den Wettbewerben zu beobachten. „Auch wenn es gerade für die Kleinen ganz schön viel zu laufen gibt, ist es doch sehr interessant.“

Auch Lübbens stellvertretender Bürgermeister Frank Neumann staunte über den Nachwuchs. „Die Mädchen und Jungen sind super vorbereitet, es sind viele Teilnehmer aus dem ganzen Landkreis nach Lübben gekommen.“ Laut Neumann sei es schön, „dass Feuerwehr oder THW immer noch ziehen und den Nachwuchs für ehrenamtliche Tätigkeit begeistern können“.

Zurück an der Feuerwache Steinkirchen, wurden am späten Nachmittag die Gruppenleistungen ausgewertet, die Beurteilungen der Gruppendisziplin und des Auftretens zusammengerechnet.

In der Altersklasse 14 bis 17 konnte Zeuthen/Miersdorf mit 248,3 Punkten den Wanderpokal denkbar knapp verteidigen. Denn Luckau II lag nur einen halben Punkt dahinter. Dritter von vier angetretenen Mannschaften wurde Schulzendorf I.

Mit 23 Mannschaften deutlich besser besetzt siegte die Jugendfeuerwehr Zeesen in der jüngsten Klasse mit 251,6 erreichten Punkten. Es folgten Mittenwalde I (249,0) und Kuschkow (248,9) auf den Rängen.

„Insgesamt eine gute Veranstaltung, bei der die Teilnehmer zufrieden waren“, lautete die Einschätzung des Öffentlichkeitsreferenten der veranstaltenden Kreisjugendfeuerwehr Sebastian Groba. „Nur für die Kleinsten war der Kurs doch relativ lang.“

Quelle: Lausitzer Rundschau (Lokalteil Lübben), 11.04.2011, Jens Golembek (jgk1)