Zeuthen/Miersdorf Ein Jahr lang mussten die Jugendlichen auf dieses Wochenende warten und dann war es am 16. April endlich soweit. Das Berufsfeuerwehrwochenende lockte zum 6. Mal und es folgte die gesamte Jugendfeuerwehr Miersdorf, sowie die Jugendfeuerwehr Märkisch Buchholz. Schon eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn nahmen die ersten „Berufsfeuerwehrmänner“ ihre Uniformen in Empfang und richteten ihre Quartiere ein. Nach und nach füllte sich die Wache mit Leben und pünktlich 16:45 Uhr war die komplette Mannschaft angetreten. Ein paar Begrüßungsworte, die Fahrzeugeinteilung und schon startete das Berufsfeuerwehrwochenende mit einer Erkundungsralley durch das Naturschutzgebiet. Spiel, Spaß und aktionsreiche Stationen ließen die Zeit bis zum Abendessen wie im Fluge vergehen.
![]() Erkundungsralley |
![]() Erkundungsralley |
Hotdogs und anschließend Knüppelteig am Lagerfeuer so sah der Freitagabend aus, aber an Schlaf war noch nicht zu denken. Ein Alarm ließ alle in der Fahrzeughalle antreten und anschließend zur Personensuche nochmals in das Naturschutzgebiet laufen – eine Nachtwanderung stand auf dem Plan. Ein wenig „erschrocken“ kehrten nach einer Stunde alle zurück und wärmten sich in ihren Schlafsäcken, leider nicht sehr lange. Weitere Alarme versetzten die Bereitschaftsräume in helles Licht und riefen die jungen Feuerwehrmänner und –frauen zu einer Tragehilfe, einem Sturmschaden und einem Fahrzeugbrand. Sichtlich geschafft konnte anschließend der erholsame Schlaf bis zum Morgen fortgesetzt werden.
![]() Einsatz: Fahrzeugbrand |
![]() Einsatz: Fahrzeugbrand |
Schon um 7 Uhr am Samstag hatte das Träumen ein Ende, der Duft von frischen Brötchen, Kakao und Tee durchzog die Räumlichkeiten und kündigte einen sonnigen Tag an. Nach einem ausgiebigen Frühstück mussten sich auch die jüngsten Feuerwehrleute weiterbilden und ließen sich Dinge der Brandbekämpfung mit Wasser und Schaum, aber auch Grundlagen des Innenangriffs näherbringen. Leider musste die Ausbildung abgebrochen werden, da eine Person mit dem PKW gegen einen Baum gefahren war und sich nun nicht mehr alleine befreien konnte. Zeitgleich hatte ein unbekanntes Fahrzeug Öl verloren, sodass die Gefahrenstelle beseitigt werden musste. Auf dem Rückweg zur Wache fanden die Fahrzeugbesatzungen einen verunfallten Rollerfahrer, der dringend medizinischer Hilfe bedurfte. Nach diesen kräftezehrenden Einsätzen wartete ein leckeres Kesselgulasch darauf verspeist zu werden, sodass alle mit gefüllten Bäuchen an die Workshops gehen konnten. Plötzlich ertönte wieder ein Alarm „Hilfeleistung Person in Not, Person unter Fahrzeug eingeklemmt“. Der Rüstwagen und das Löschgruppenfahrzeug setzten sich mit dem Einsatzleitwagen in Bewegung. Während der Befreiungsmaßnahmen von 2 unter einem Mercedes eingeklemmten Mechanikern, wurde das Tanklöschfahrzeug mit dem Mannschaftstransportwagen zu einem Waldbrand alarmiert. Alle Einsätze wurden parallel sehr gut abgearbeitet. Hier geht der Dank auch an den stellvertretenden Kreisbrandmeister, der unserer Einsatzleitung bei den eingeklemmten Mechanikern helfend zur Seite stand.
![]() Einsatz: Hilfeleistung Person in Not, Person unter Fahrzeug eingeklemmt |
![]() Einsatz: Hilfeleistung Person in Not, Person unter Fahrzeug eingeklemmt |
Zurück an der Wache konnten endlich die Workshops in Angriff genommen werden, dabei wurden Häuser für die Vorführung zum Elterngrillabend gebaut, ein Banner für unsere Jugendfeuerwehr entworfen und Bilder mit Schriftzügen bearbeitet.
![]() Workshop: Gestaltung Banner für die Jugendfeuerwehr |
![]() Workshop: Bauen von Häusern für die Vorführung am Elterngrillabend |
Nebenbei wurde der Grillabend fleißig vorbereitet und aus heiterem Himmel geriet auf dem Miersdorfer See ein Tier in Not und musste gerettet werden. Es rückte der komplette Löschzug aus und konnte den Bären mit der Schwimmweste aus dem kalten Nass retten. Wo wir schon einmal am See waren, starteten wir zu einer Bootsregatta. Mit drei Ruderbooten hieß es einmal um die Insel und zurück. Allen winkte im Ziel ein Eis und die Gewissheit nicht nass geworden zu sein. Tja, so schnell war die Zeit vergangen, dass wir bei unserer Rückkehr schon von den ersten Eltern erwartet wurden. Es begann ein gemütlicher Grillabend mit allen geladenen Gästen, Leckerem vom Grill mit der ein oder anderen Fassbrause und den ersten Bildern vom Wochenende. Den Abschluss des Abends stellten Vorführeinsätze dar, bei dem jede Fahrzeugbesatzung zeigte, wie sie mit ihrem Fahrzeug bei einem Brandeinsatz helfen kann, leider musste beim letzten Fahrzeug, unserem Rüstwagen, eine Eimerkette mit der Unterstützung vieler Eltern, Kinder und unserer Bürgermeisterin aufgebaut werden, damit das Feuer sich nicht ausbreiten konnte. Für die Jugendlichen klang der Abend anschließend noch am Lagerfeuer aus und auch in der Nacht blieb es ruhig. Der Sonntag stand dann im Zeichen des Aufräumens, sodass unsere Wache in den Ursprungszustand zurückversetzt werden konnte.
Alles in allem ist dieses Wochenende als Erfolg zu bezeichnen. Es hatten alle Spaß, haben viel gelacht und gemeinsam ein erlebnisreiches Wochenende gestaltet. Ich möchte mich bei allen Helfern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne euch wäre es wie immer nicht möglich gewesen. Eines ist auch dieses Jahr gewiss, solange es die Jugendfeuerwehr will und wir die Möglichkeit für diese Veranstaltung bekommen, wird das Berufsfeuerwehrwochenende auch weiterhin stattfinden. Schon am Montag danach begann die Planung für das nächste und dann 7. Wochenende dieser Art. Es bleibt mir zum Schluss nur, mich nochmals bei allen zu bedanken. Ich zähle auf euch auch im nächsten Jahr.
Stefan Wehner
Organisator Berufsfeuerwehrwochenende