Nicht jedes 5-jährige Kind weiß, was ein Feuer ist. Demzufolge sind die Ängste vor dem „Unbekannten“ vorprogrammiert. Doch es gibt auch jene Kinder, die durch eigene Erfahrungen oder durch das Fernsehen mit dem Feuer in Kontakt gekommen sind. Diese kennen meist nur die negativen Seiten des Feuers und verbinden dieses mit Schlechtem. Feuer zerstört, macht Dinge kaputt und kann Menschen schwer verletzen – doch nicht nur.
Im Zeitalter von Brandschutzerziehung und insbesondere von Gründungen so genannter Kinderfeuerwehren ist das Thema Feuer ein Schwerpunkt. So erfreute es die Kreisjugendfeuerwehr des Landkreises Dahme-Spreewald umso mehr, jemanden gefunden zu haben, der ihren ehrenamtlich tätigen Mitgliedern in der Kinder- und Jugendarbeit einen Weg aufzeigte, wie man mit der Thematik umgeht. Sie gewann den Künstler Kain Karawahn, welcher bereits Projekte mit Kindern und jungen Menschen veranstaltete, um den richtigen Umgang mit dem Feuer zu üben. Natürlich nicht um Brände zu verursachen, sondern diesen vorzubeugen, denn häufig entstehen Brände nur durch Unwissen- und Unsicherheit.
Vom 19. – 20. Februar 2010 fand daher ein Seminar in Gräbendorf (LDS) statt, bei dem Kain Karawahn seine Erfahrungen den Teilnehmern weitervermittelte. Auf der Grundlage seines Projektes „feuerMACHEN kulturell“, wofür er bereits mit Preisen ausgezeichnet wurde, zeigte er einen spielerischen und kindgerechten Weg auf. Mit einfachen Mitteln verdeutlichte er Schritt für Schritt, wie dies zu realisieren ist. Am praktischen Beispiel erlebten deshalb die Teilnehmer des Seminars selbst, auf welche Durchführungsweise dies den Kindern vermittelt werden kann.
Lebhaft und anschaulich gestaltete er seinen „Unterricht“, so wie ihn die Kinder in seinem Projekt erleben. Interessiert und aufmerksam wurde jeder Handgriff nachgeahmt, Kerzen an- und ausgemacht sowie eigene Feuerstellen vorbereitet und aufgebaut. Das wichtigste dabei war jedoch, dass man als Lehrender immer ein großes Augenmerk auf die Sicherheit legt und dies den Kindern verinnerlicht. Leitsätze wie „Nicht ohne einen Erwachsenen“ oder die Ärmel-, Haar- und Wasserprobe sind allerdings nur ein geringer Teil des Wissens, den die Teilnehmer von Kain Karawahn mit auf den Weg genommen haben.
Wichtig ist aber auch, dass die Kinder sich selbst ausprobieren und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Sie sollen mit dem Gedanken des selbstbewussten Handelns aufwachsen und Verantwortung übernehmen beim Umgang mit dem Feuer. Dies erreicht man nur, wenn nicht immer alles verboten wird.
Den Abschluss seines Projektes bildet des „Feuerfest“ und deswegen führten dieses die Teilnehmer ebenfalls durch. Ein kleines Lagerfeuer mit Knüppelbrot ist völlig ausreichend und bereitet Alt und Jung gleichermaßen Freude, wie man erlebte.
Mit neuen Eindrücken und Lehransätzen traten somit die Teilnehmer ihre Heimreise an und werden diese sicher nun für ihre zukünftige Arbeit mitnehmen.
Doreen Wenzel
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