Rund 20 Jugendliche, zehn ans Deutschland und zehn ans Polen, verbringen diese Woche zusammen in Lübben und Umgebung. Sie übernachten auf dem Gelände der ,,insel", bringen sich gegenseitig Tänze und Vokabeln bei, machen Ausflüge. Das wichtigste auf dem Programm sind die täglichen Feuerwehrübungen, von denen sich eine jüngst zu einer intensiven Wasserschlacht entwickelte.
Was ihr am besten gefällt am deutschpolnischen Feuerwehrcamp der Unterspreewäldischen
Wehr? Christine Görsch muss nicht lange überlegen. ,,Genau dass, was
wir gerade machen." Auf ihrem Höhepunkt angelangt ist die Wasserschlacht,
die sich die Jugendlichen am Waldrand bei Schönwalde liefern. Die 13-Jährige
ist nicht die einzige, die nass ist bis auf die Haut und übers ganze Gesicht
strahlt.
Ganz geordnet ging es los: Fünf Schlauchspitzen richten sich auf den; Kiefernwald,
der in der Phantasie der Jugendlichen lichterloh in Flammen steht. ,,Wasser
manch!", schreit eine junge Feuerwehrfrau mit all ihrer Lungenkraft. Nichts
passiert. ,,Schaut mal, wo das Wasser bleibt!", weist sie an. „Der
Wald fackelt ab!"
Eilig überprüfen die Helfer von der Feuerwehr die Technik, finden
die Schwachstelle. Während sich die schlaffen Schläuche in rasender
Geschwindigkeit prall mit Wasser füllen, steigt die Spannung ins Unermessliche.
Dann spritzt das kühle Nass aus allen Rohren. Der Wald ist gerettet.
Jetzt lenkt jeder seinen Wasserstrahl nach links und rechts. Dadurch entsteht
eine Wand aus feuchten Tropfen, die den durchschlagenden Flammen keine Chance
gibt. Wolfgang Hoff-mann, der den Hut beim deutsch-polnischen Camp aufhat, ist
zufrieden mit dieser ,,Wassergasse', deren Aufbau anspruchsvoll ist. Weder die
deutsche noch die polnischen Kinder haben so etwas schon einmal geübt.
Noch zufriedener ist Hoffmann am Abend, als diese Übung noch einmal als
Einsatz in Echtzeit über die Bühne geht, diesmal reibungslos und vollständig.
Denn die Vorübung am Nachmittag entwickelt sich zu einer ausgiebigen Wasserschlacht.
Es wird wohl auf ewig unklar bleiben, wer wen zuerst angespritzt hat. Tatsache
ist: Das aufjauchzende Geschrei nimmt kein Ende. Von den Jugendlichen hat kaum
einer einen trocke-nen Faden am Leib, aber alle lachen aus vollem Hals.
„Total cool" findet die tropfnasse Christine Görsch das Camp.
Sie zieht ihren Schuh aus und dreht ihn um: Ein dünnes Rinnsal läuft
heraus. ,,Super, echt", so bezeichnete die 16-jährige Lidka Kaczmarek
das Camp. Die junge Polin genießt es besonders, das Deutsche und Polen
so viele Ausflüge gemeinsam unternehmen.
Am Anfang habe man noch getrennt gesessen, erzählt Wolfgang Hoffmann, wie
sich der Kontakt der neun- bis 15-Jährigen untereinander entwickelt hat.
Doch schon am übernächsten Tag setzten sich Polen und Deutsche durcheinander,
„und so ist es geblieben". Einige würden sich auch sehr für
die jeweilige Fremdsprache interessieren.
Wenn Dolmetscherin Julita Sternelske gerade nicht da ist, fallen inzwischen
häufiger deutsche und polnische Ausdrücke, nicht nur englische. „Wir
wollen mit dem Camp auch Hemmschwellen abbauen", sagt Wolfgang Hoffmann.
„Dann wissen die Kinder, dass sie schon was können, wenn sie nächstes
Jahr nach Polen fahren dürfen."
Camp gefördert
Das deutsch-polnische Jugendcamp der Unterspreewäldischen Feuerwehr, das
abwechselnd in Deutschland und Polen stattfindet, wird vom deutsch-polnischen
Jugendwerk des Landes Brandenburg mit 1.700 EUR gefördert. Weiteres Geld
kommt vom Amt UNterspreewald, Unterstützung außerdem von den Eltern.
Quelle: Lausitzer Rundschau, Lokalteil Lübben von Ingvil Schirling, 2007
PowerPoint-Präsentation in pdf-Format erstellt vom Amtsjugendfeuerwehrwart Wolfgang Hoffmann
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