Christian Liebe ist während der Delegiertenkonferenz am Sonnabend in Gehren erneut als Kreisjugendwart bestätigt worden. 126 Delegierte aus den Jugendfeuerwehren (KJF) des Landkreises Dahme-Spreewald trafen sich, um über ihre Arbeit Bilanz zu ziehen und den Vorstand für weitere vier Jahre zu wählen.
„Ich freue mich, dass fast alle Stadt-, Gemeinde- und Ortsjugendwarte
unserer Einladung gefolgt sind. Ihr seid unser Draht in die Jugendfeuerwehr“,
erklärte Christian Liebe zu Beginn der Veranstaltung in Gehren.
Er berichtete über die Arbeit der Fachbereiche der vergangenen vier Jahre.
„Rene Schildberg hatte das Jugendforum gegründet und Dirk Felix
Fachbereich Wettbewerbe richtete zahlreiche überörtliche Wettkämpfe
aus.“ Er erinnerte an Pokalläufe und Leistungsspangenabnahmen sowie
an errungene Erfolge der Jugendfeuerwehren Gröditsch und Zeuthen auf
Landes- und Bundesebene. (Ergänzung KJF: Auch die Jugendfeuerwehren Gehren
war sehr erfolgreich auf Landesebene – 3mal hintereinander Landesmeister
bei der Mädchenwertung.)
„Dank der hervorragenden Arbeit von Andreas Stumpf baut die Brandschutzerziehung
jetzt auf einer guten Basis auf. Aber woher soll der Nachwuchs kommen?“
Diese Frage beschäftigte die zunehmend schwierige Mitgliederwerbung in
den Wehren, die jetzt schon in den unteren Schulklassen beginne. Das Werbe-
und Infomobil samt Kofferanhänger, mit Hilfe von Dr. Peter Danckert und
der Mittelbrandenburgischen Sparkasse beschafft, werde ebenfalls dafür
eingesetzt. „Doch egal, was Ihr in Euren Wehren veranstaltet, bringt
Euch an die Öffentlichkeit. Werbung ist wichtiger denn je. Und wir als
KJF wollen mit Euch an der Basis zusammenarbeiten.“
Besonders stolz zeigte sich Liebe über das jährliche Herbstlager
der KJF. Neben feuerwehrtechnischer Ausbildung komme dabei auch Spiel und
Spaß nicht zu kurz. „Wir versuchen alles, damit sich die Kinder
und Jugendlichen dort wohl fühlen. Gerne hätten wir mehr Hilfe bei
der Bereitstellung von Einsatzfahrzeugen zu Ausbildungszwecken“, erklärte
er. „Wir hoffen, dass die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis so bleibt
und noch besser wird. Denn wir wollen uns gemeinsam den Herausforderungen
stellen.“
„Miteinander füreinander“ lautet das Motto des Kreisjugendforums,
deren Sprecherin Annika Werner dessen bisherige Arbeit vorstellte. Dieses
versteht sich als direktes Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen in den Jugendfeuerwehruniformen
zur Leitung der KJF.
Christian Liebe nutzte die Veranstaltung, um „verdiente Kameradinnen
und Kameraden auszuzeichnen, obwohl hier jeder von Euch einen Orden verdient
hätte“.
„Mit der Wahl von Christian Liebe vor vier Jahren hatten die Delegierten
eine glückliche Hand“, so Dieter Heinze, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes.
„Es wurde viel geschafft und geschaffen. Es bleibt der heute zu wählenden
Gruppe zu wünschen, an die Erfolge anzuschließen.“
Nach der Mittagspause übernahm Frank Trappe als Wahlvorstand der geheimen
Abstim-mung mit der Entlastung der aktuellen Leitung die Delegiertenversammlung.
„Es stellen sich nur die drei amtierenden Kameraden zur Wahl. Bis zum
Meldeschluss hat sich niemand weiter für die Aufgaben gemeldet.“
Nach der Stimmenauszählung der 126 Wahlteilnehmer konnten die Ergebnisse
bekannt gegeben werden. Christian Liebe wurde mit 121 Ja-Stimmen im Amt bestätigt.
Sein erster Stellvertreter Matthias Kukorudz konnte 120 Stimmen bei vier Enthaltungen
auf sich vereinen. Stefan Olesch blieb mit 97 Zustimmungen bei elf Enthaltungen
und 18 Gegenstimmen zweiter Stellvertreter.
„Ich will versuchen, die fünf Mitglieder, die nicht für mich
gestimmt haben, noch von meiner Arbeit zu überzeugen“, bedankte
sich der alte und neue Kreisjugendwart für das ihm entgegengebrachte
Vertrauen. „Und ich würde mich freuen, in vier Jahren einige der
anwesenden Jugendlichen vielleicht sogar schon als Jugendwart oder Betreuer
wieder begrüßen zu dürfen“, so Christian Liebe.
Dr. Peter Danckert (SPD), Mitglied des Bundestages, ging in seiner Ansprache
besonders auf die mögliche Umverteilung von Finanzmitteln zugunsten der
Jugendfeuerwehren ein. „Das ist der entscheidende Impuls, den die Politik
leisten kann. Ohne entsprechende Ausstattungen ist es undenkbar, Kinder und
Jugendliche zu begeistern und an ehrenamtliche Aufgaben heranzuführen.“
Stefan Loge, stellvertretender Landrat, lobte die zahlenmäßige
Vorbildfunktion der Delegierten für Versammlungen und Wahlveranstaltungen
der Politik. „Im Rahmen der Daseinsvor-sorge und Gefahrenabwehr sind
die Feuerwehren für unsere Gesellschaft unabdingbar. Es ist – besonders
mit Blick auf die vergangenen Unwetter – gut, dass es Euch gibt.“
Die Verwaltung wolle deshalb alles tun, die Jugendfeuerwehren in ihrer Arbeit
zu unterstützen.
Auch Karin Weber, für die Linke.PDS im Landtag, richtete ihre Worte
an das Auditorium. „Ihr seid Vertreter einer ganz besonderen Gruppe
Menschen unseres Landes. In Eurer Gemeinschaft leistet Ihr selbstlose Hilfe
für andere.“ Auch die kulturelle Rolle in den Orten sei nicht zu
unterschätzen.
Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann überbrachte die Grüße ihrer
SPD-Fraktion. „Auf die Kreisjugendfeuerwehr Dahme-Spreewald bin ich
immer stolz. In Gesprächen mit anderen kann ich deshalb ab und an etwas
mit meiner Heimat angeben“, gestand Sylvia Lehmann. In einem Gespräch
mit dem Innenminister werde sie sich für eine noch bessere Unterstützung
der Feuerwehrarbeit einsetzen, kündigte sie an.
„Es ist wichtig, uns als Jugendfeuerwehren noch besser zu positionieren“,
sagte Landesjugendfeuerwehrwart Jörn-Hendrik Kuinke. Da müsste jede
Jugendfeuerwehr anpacken.
Mitglieder der Jugendfeuerwehren geehrtDas Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg erhielten währen
der Delegiertenkonferenz Anja Hartmann, Klaus Bock, Wolfgang Hoffmann,
Mathias Liebe und Stefan Olesch. |
Quelle: Lausitzer Rundschau, Lokal-Rundschau für Luckau, Dahme, Heideblick und Golße-ner Land, Montag, 29. Januar 2007 von Jens Golombek
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